Karstadt geht es schlecht. Sehr schlecht sogar, wenn man den ganzen Berichten glauben darf, die in den vergangenen Tagen über und von Karstadt veröffentlicht wurden. Und dann können auch die Mieten für die Top-Innenstadtlagen nicht mehr gezahlt werden. Eigentlich alles Anzeichen dafür, den Laden dicht zu machen und das Licht auszuknipsen. Aber nicht bei Karstadt.
Statt sich mit Würde und Anstand in die Insolvenz zu begeben, kommen jetzt auch noch von allen Seiten die "Retter" an. Ganz vorne mit dabei der Metro Konzern. Und dann ist da ja auch noch die seit ein paar Wochen allseits beliebte Staatshilfe. Sozusagen die Schatulle von Angela Merkel und Karl-Theodor zu Guttenberg. Fast könnte man denken, dass die beiden einen Goldesel in Bonn stehen haben, der die Schatulle immer wieder füllt. Aber anscheinend bleibt der Wunsch von Karstadt unerfüllt und Merkel und zu Guttenberg werden die Taschen in diesem Fall nicht öffnen.
Jetzt sind die Mitarbeiter gefragt. An einem Sonntag "kämpfen" sie in verschiedenen Städten für den erhalt von Karstadt und den grauen Betonklötzen, die die Innenstädte zum Teil arg verunstalten. Vielleicht ein wenig spät...dieser Kampf. Wenn man ehrlich ist, dann wurde dieser Kampf doch schon viel eher verloren. Stark dabei geholfen haben fehlender Service, unfreundliche und nicht engagierte Verkäufer/innen (gilt mit Sicherheit nicht für alle) und ein Sortiment, das haarscharf an der Kundschaft vorbei zielte. Warum sollte das alles erhalten und womöglich noch unter Artenschutz gestellt werden? Klar, um die Mitarbeiter und deren Familien tut es mir leid, wenn diese ihren Job verlieren. Aber ist es nicht auch eine große Chance die daraus entstehen kann? Warum lässt man nicht junge und innovative Architekten und Städteplaner an das Ruder und lässt die Betonklötze individuell gestalten. Warum nutzt man die tollen Lagen der Karstadt Betonklötze nicht und füllt diese mit Leben. Fernab der durchgestylten Shopping-Malls. Es wäre zu schön, das mitzuerleben.
Meiner Meinung wäre eine Insolvenz für Karstadt das beste. Keine Warenhaus AG zusammen mit Kaufhof bzw. dem Metro Konzern. Und bitte: keine Staatshilfen für ein Unternehmen, welches die aktuelle Situation komplett alleine zu verantworten hat.
Update:
Spiegel Online meldet gerade, dass sich Karstadt bzw. der Arcandor Konzern auf einen Zusammenschluß mit Kaufhof (Metro Konzern) einlassen will.